bauhäusle

marianne schreiner . dipl.ing.(fh) . baubiologin ibn

Die Einzigartigkeit einer Region

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Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen.

Ihr habt ja wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich ein echtes “Landei” bin.

Ich fühle mich einfach wohl, wenn ich in eine Gegend komme, die “echt” ist. Wenns passt, wenns harmonisch ist, wenns regional typisch ist. Wenn die Landschaft ihren ureigenen Charakter zeigt, wenn die Dörfer ihre gewachsenen Strukturen behalten haben, die aus der Notwendigkeit des Lebens entstanden sind. Wenn historische Gebäude erhalten sind, die die vorhandenen Möglichkeiten des Bauens, das Klima und das Überleben in einer Gegend spiegeln.

Ich lebe hier in der Mitte von Deutschland in einer Gegend mit relativ gut erhaltenen Fachwerkdörfern und schöner Kulturlandschaft und Natur.

Wenn ich hier durchs Heldburger Unterland fahre, schlängeln sich die schmalen Straßen durch ein sanftes Hügelland, Felder und Wiesen prägen das Bild, hier und da eine Burg und Dörfer, die durch ihre Lage im ehemaligen Sperrgebiet überwiegend von ausladenden Auswüchsen angehängter Neubaugebiete bewahrt wurden.

Nun könnte man sagen, Erweiterungen von Orten sind Folgen von Bevölkerungszuwachs und Notwendigkeit, man möchte seine Individualität ja auch im Eigenheim ausleben … nun ja, ich finde es dann nur bemerkenswert, wie viele Menschen, die in solchen Neubaugebieten wohnen, ihren Urlaub in grade solche “idyllischen” Gegenden verbringen und dann von wunderschönen alten Städtchen oder Bergdörfern schwärmen. Es scheint da doch sowas wie eine Verbundenheit zum Historischen zu geben, zu unseren Wurzeln? Zur eigenen Identität?

Mich macht es traurig, wenn ich sehe, wie immer mehr Landschaften und Dörfer ihren Charakter verlieren. Ich kriege regelrecht Zustände, wenn ich sehe, wenn wieder ein knalloranger Bungalow hinterm Ortsschild das Willkommenszeichen des Ortes wird und man nicht mehr weiß, ob man grad in Franken oder in Oberbayern oder an der Ostsee ist.

Fakt ist, dass die Bevölkerungsprognose in den ländlichen Räumen starken Rückgang voraussagt. Bei uns hier um die 8% bis 2030. Das heißt, es ist jetzt schon zu viel Wohnraum vorhanden, bis dahin noch viel mehr. Trotzdem entstehen noch Neubauten am Ortsrand. Folge ist, die Ortskerne sterben weiter aus und damit auch die soziale Komponente, angefangen von Treffpunkten über Versorgung usw..

Genug lamentiert …. die Politik hats auch erkannt, es ändert sich ja was. Vielerorts wird aktiv an der Innenentwicklung der Ortschaften gearbeitet, Bauen / Sanieren im Ortskern wird teils finanziell unterstützt, es besteht Grund zur Freude.

Ich versuche durch meine Arbeit meinen Teil zum Erhalt von regionaler Identität und kulturellem Erbe beizutragen, ich hoffe, ich kann den einen oder anderen von euch mitnehmen.

In Zukunft wird’s hier immer mal Bilder geben, die ihre eigene Sprache sprechen.

Viel Freude damit wünscht euch,

Marianne

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