bauhäusle

marianne schreiner . dipl.ing.(fh) . baubiologin ibn

Heimat …

Leave a comment

DSCF1430blog5

Gestern ist mir eine Situation begegnet, die mich berührt hat:

Ein altes Ehepaar, beide um die neunzig, leben ganz alleine in ihrem riesengroßen historischen bäuerlichen Anwesen am Rande eines kleinen Dorfes umgeben von wunderbarer Natur. Ein kleines Gärtchen vor dem Haus, das die Frau noch selbst pflegt, an der Hauswand ein Weinstock, der liebevoll gepflegt wird. Auf die Frage meiner Freundin, ob sie Wein macht, sagt sie, nein, sie verschenkt die Trauben, aber früher, zu Zeiten ihrer Großmutter, als der Weinstock noch die ganze Hauslänge eingenommen hat (und das sind mal locker 30 Meter), da wurde Wein draus gemacht und da gabs lustige Runden …. naja, sagt sie, den Sommer haben wir noch hier gelebt, was der Winter bringt, wissen wir nicht …

Die Begegnung geht mir lange nicht aus dem Kopf. Es ist sicher nicht leicht in solch hohem Alter allein in einem derartigen Anwesen zu leben und trotzdem ziehen die beiden es dem Leben in einer komfortablen, barrierefreien Stadtwohnung vor.

Ich kanns verstehn. Ich würde auch da bleiben.

Die Frage, die mir dazu in den Sinn kommt: Hat das was mit Heimat zu tun und was ist das eigentlich?

Ich denke schon länger immer wieder darüber nach. In Definitionen dazu finden sich meist Begrifflichkeiten wie Identität, Sicherheit, Verlässlichkeit, Vertrautheit, Gemeinschaft, Tradition, Kultur und ähnliches wieder. Oftmals als der Ort bezeichnet, an dem man seine ersten Lebensjahre verbracht hat, oder aber auch als Lebensort, an dem man sich zu Hause fühlt. Grundsätzlich sage ich für mich, wenn ich in mir zu Hause bin, kann ich überall meine Heimat haben. Eine Freundin hat vor einer Weile die Frage in den Raum gestellt “Vielleicht brauchen wir ja garnicht “unseren” Platz?”. Mag sein, ich habe aber mittlerweile festgestellt, dass es für mein Wohlbefinden von ausschlaggebender Bedeutung ist, wo ich lebe. Ich glaube, dass wir mit der Zeit verkümmern, wenn wir zu lange an einem nicht uns gemäßem Ort leben. Da komm ich wieder zu dem Thema, was ich hier schon mal hatte.

So oder so, ein sehr spannendes Thema … wenn ich meinen nun annähernd erwachsenen Söhnen zuhöre, wenn sie sich über Kindheitserinnerungen austauschen, muss ich lachen und dann weiß ich, dass der Ort, an dem sie aufgewachsen sind, auf jeden Fall ein Stück Heimat ist. Wie schön!

Wie ist das bei euch?

Morgendliche Grüße in die wwWelt,

Marianne

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>